Erstellen eines eigenen Kurz-Link Dienstes

URL-Shortener sind allgegenwärtig auf Twitter und andere Onlineplattformen. Leider kann man sich nicht wirklich auf deren Beständigkeit verlassen. Warum also nicht einen eigenen Trim-Dienst starten?

Meistens meint man, das Links die für Facebook, Twitter, Instant Messaging und andere Dienste gekürzt werden, wirklich auch nur für kurze Zeit von Belang sind. Aber tote Links im Netz ist mehr als ärgerlich für die jenigen, die gerade nach diesem Thema auf der Suche im Netz sind. Man kann zwar nicht mehr viel für bereits gepostete Links tun. Aber mit einer kreativen kurzen Domain und etwas Webspace kann man einfach selber verkürzte Links erstellen, diese verwalten und sogar Statistiken über deren Nutzung führen.

YourlsIch benutze dafür das simpel zu installierende Yourls Paket. Diese server-basierte Webapp, läuft eigentlich auf jeder Webhosting-Plattform, auf der auch WordPress funktioniert. Es gibt natürlich auch andere komplexere Lösungen. Aber eben Yourls ist ein intelligenter und vor allem einfacher Weg einen eigenen URL-Shortener zum Laufen zu bringen.

Was ist nötig

Etwas Webhosting oder eigener Webserver mit mindestens installiertem PHP 4.3, MySQL 4.1. Außerdem muss das Modul “mod_rewrite” aktiviert sein.
Ein Domain-Name. Dieser sollte natürlich möglichst kurz sein, was schwierig sein könnte wenn man nur bei den Standard-TLDs wie .com, .net oder .de schaut. Am besten man lässt etwas seine Fantasie spielen und kuckt sich bei den zahlreichen internationalen TLDs um. Eine Hilfe ist hier auch der Dienst http://domai.nr/ bei dem man teilweise wirklich sehr gute Vorschläge für eine eigene Kurzdomain bekommt.
Und natürlich Zugriff auf die Server-Dateien. Egal, ob man einen FTP-Client, die Befehlszeile oder die Host-Website benutzt, man müssen einen Ordner auf dem Server ablegen können.

Einrichten

Als erstes lädt man sich das Yourls-Archiv herunter und entpackt es zum Beispiel auf seinen Desktop. Nun kümmert man sich um die nötige Datenbank. Für diesen URL-Shortener kann man eine vorhandene Datenbank mit benutzen oder auch eine neue Datenbank anlegen. Wie das gemacht wird, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Aber es lassen sich sicher genug Anleitungen über Google für diesen Arbeitsschritt finden. Für den weiteren Ablauf merkt man sich den Datenbank-Namen, Host-Name, Benutzer/Passwort und geht zurück zu dem Yourls-Ordner.
Dort springt man in den “includes”-Ordner und sucht nach der Datei config-sample.php. Diese öffnet man in einem beliebigen Text-Editor und ziemlich am Anfang werden Benutzername, Datenbank-Name, Passwort und Host-Name abgefragt. Jetzt werden die Default-Einstellungen in den einfachen Anführungszeichen durch die eigenen Daten ersetzt.

/** MySQL database username */
define('YOURLS_DB_USER', 'dbuser');
 
/** MySQL database password */
define('YOURLS_DB_PASS', 'dbpassword');
 
/** The name of the database for YOURLS */
define('YOURLS_DB_NAME', 'yourls');
 
/** MySQL hostname */
define('YOURLS_DB_HOST', 'localhost');
 
/** MySQL tables prefix */
define('YOURLS_DB_PREFIX', 'yourls_');

Weiter unten in der Datei gibt’s eine Bereich “Site Option”. Dort wird man in einer Zeile nach der “Short Domain-URL” gefragt. Man setzt nun seine neue schicke Kurzdomain ohne abschließenden Backslash ein. Benutzt man Yourls in einem Unterordner einer bestehenden Domain, muss man diese auch mit angeben.
Zum Schluss entscheidet man sich, ob jeder Besucher auf der Website kurze URLs erstellen darf oder ob die Webapp passwortgeschützt sein soll. Dafür ändert man die Option “YOURLS_PRIVATE” auf “true”. Für die wahrscheinlich sinnvollere, geschützte Konfiguration, ersetzt man die Benutzernamen und Kennworte etwas weiter unten in der Datei.

define('YOURLS_PRIVATE', true);
 
/**  Username(s) and password(s) allowed to access the site */
$yourls_user_passwords = array(
	'username' => 'password',
	'username2' => 'password2'
	);

Wenn man das alles nun geschafft hat, speichert man die Datei nun unter dem neuen Namen “config.php”.
Wenn Yourls in einem Unterverzeichnis einer bestehenden Domain installiert wurde, bedarf es noch eines kleinen “Hacks”. Es gibt eine eigene .htaccess im Hauptordner. Diese ist überlicherweise versteckt, so das man eventuell versteckte Dateien im benutzten Dateimanager sichtbar machen muss. Dort entfernt man nun das “#” vom Anfang der Zeile und fügt den Ordner hinter “RewriteBase /” ein. Danach einfach die Datei speichern und schließen.
Der letzte Arbeitsschritt besteht nun darin den kompletten Yourls-Ordner per FTP-Client, Kommandozeile oder eben Web Access-Tool in das Webverzeichnis hochzuladen. Danach wechselt man in den Browser und gibt in die Adresszeile seine neue Kurzdomain inklusive “/admin/install.php” ein. Wenn die Datenbank und Konfigurationsdateien erfolgreich eingerichtet wurden, erhält man eine Bestätigung.
Interface
Und nun kann es schon mit dem Links-Kürzen losgehen. Das Interface von Yourls ist sehr einfach und intuitiv gehalten. Man muss nur die lange URL einfügen und auf “Generate Short URL” drücken. Wenn man will kann man auch einen eigenen benutzerdefinierten Code einstellen, ansonsten wird einfach hochgezählt. Als Administrator hat man außerdem die Möglichkeit die URLs zu durchsuchen und nachträglich bearbeiten oder zu löschen. Ebenso werden für jeden Link Statistiken geführt, wie oft und von wo aus diese benutzt wurden.
StatistikDas wars eigentlich schon über Yourls. Es ist eben eine dieser Anwendungen, die “einfach so” funktionieren. Erwähnenswert sei aber zum Schluss noch das passende WordPress-Plugin, welches Kurzlinks automatisch aus den enthaltenen Artikel generiert. Und noch ein Bookmarklet Generator für diejenigen, die nicht jedes mal extra auf die eigene Website gehen wollen, nur um eine URL zu kürzen.

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